Von diesem freundlichen Herren sollen die Menschen interviewt werden, wenn sie in die EU einreisen möchten. (Quelle des Bildes: iborderctrl.eu)
Erst Anfang November (also im letzten Monat) wurde in breiteren Kreisen bekannt, dass sich die EU-Kommission anschickt, viel Geld in Forschung (und Umsetzung!) einer automatisierten Kontrolle von in die EU-Festung einreisenden Menschen zu stecken.
Das Vorhaben nennt sich „iBorderCtrl“, ein offenbar von Technikliebhabern (um nicht von Technikgläubigen zu reden) ausgedachter Spitzname für ein System, dass automatisiert und zunächst ohne Eingriff eines Menschen beurteilen soll, ob ein nicht in der EU ansässiger Mensch das Recht erhalten soll, nach Europa zu reisen. Oder auch nicht!
Dazu errechnet die (Achtung: Buzzword!) „künstliche Intelligenz“ einen „Risiko-Score“ für den Menschen, basierend auf eingereichten Dokumenten, vermutlich weiteren Internetrecherchen sowie einer automatisierten Auswertung eines Interviews mit dem Reisenden mit einer Kunstfigur („Virtual Border Agent“), die u.a. herauszufinden versuchen soll, ob der Mensch bei der Beantwortung von Fragen lügt oder nicht.
Das an der Universität Hannover (LUH – Leibniz Universität Hannover) angesiedelte Institut für Rechtsinformatik hat sich bereit erklärt, eine „ethische und rechtliche“ Klärung von in diesem Zusammenhang auftretenden Fragen zu erledigen. Und droht damit (neben anderen internationalen Forschungspartnern), zum moralischen Feigenblatt für die Installation eines potentiell rassistischen IT-Systems zur weiteren Abschottung der EU vor dem Rest der Welt zu werden: Ein weiterer Pflasterstein auf einen dystopisch abschüssigen Weg unserer Gesellschaft.
Der AStA der Uni Hannover wendet sich nun in einem offenen Brief gegen diese „Forschung“. [Update: Pressemitteilung des AStA der Uni Hannover]
Wir haben diesen offenen Brief dankenswerterweise zur Verfügung gestellt bekommen, halten ihn für sehr lesenswert und möchten ihn deswegen hier weiter veröffentlichen:












