
Eine aktuelle GLS-Bankkarte – manuell und maßstabsgerecht eingezeichnet: Der Verlauf der RFID-Antennenbahnen.
Seit kurzem werden alle oder fast alle Bankkarten (manchmal umgangssprachlich als „EC-Karten“ bezeichnet) mit integrierter RFID-Antenne und Nahfunk-Funktionalität im 13,56 MHz-Frequenzbereich ausgestattet. Hintergrund ist die Einführung der so genannten „Kontaktlos-Bezahlfunktion“, mittels derer man Beträge an bestimmten Terminals in Höhe von bis zu 25 Euro von seinem Konto abbuchen lassen kann, ohne die Bankkarte irgendwo (richtigrum!) einstecken zu müssen und auch ist die Eingabe einer PIN in diesem Fall grundsätzlich hinfällig.
Keine Frage: Das kann im Sinne eines möglichst schnellen und bargeldlosen Bezahlens sinnvoll sein. Wenn einem denn daran etwas liegt.

Mit einem solchen Schreiben werden die GLS-Bankkarten verschickt. Von der Möglichkeit der Deaktivierung der Kontaktlos-Funktion kein Wort. Stattdessen ein papierner Internet-Link, hinter dem sich eine dementsprechende Aufklärung gut versteckt. Transparenz geht anders.
Allerdings mangelt es an Aufklärung der Kunden. Diese Kontaktlos-Bezahlfunktion wurde ohne besonders viel Öffentlichkeit, also ziemlich geräuschlos eingeführt – möglicherweise aus der Erfahrung heraus, dass besonders umfangreiche vorherige Ankündigungen derartiger neuer Bezahlverfahren stets auf Kritik und Skepsis stoßen, also tendentiell Ablehnung oder Misstrauen erzeugen – siehe das gescheiterte Beispiel „Girogo“ des Sparkassenverbundes aus 2012.
Selbst die ansonsten sehr lobenswerte GLS-Bank, die auf Betreiben eines Bankenmitglieds noch in 2012 mündlich zusagte, vor Einführung der RFID-Bankkarten eine bankengemeinschaftliche Diskussion dazu anzustoßen, hat als Teil des Volks- und Raiffeisenbankenverbundes die alternativlose Funk-Bankkarte eingeführt. Ebenso heimlich und intransparent wie alle anderen Banken auch.
Nun ist sie also da: Jede und jeder, die/der ein Girokonto besitzt und nicht auf Online-Überweisungen, Geldabhebungen am Automaten oder Bezahlvorgänge mit der Bankkarten verzichten kann oder will, besitzt schon jetzt so eine Kontaktlos-Bankkarte oder wird sie demnächst ausgehändigt bekommen.
Dass die Kontaktlos-Bezahlfunktion hohe Risiken mit sich bringt, zeigt beispielsweise ein aktueller Bericht der heise-Zeitschrift c’t, in dem einige heise-Redakteure mittels nur geringem technischen und finanziellen Aufwand vorführen, wie leicht das unbemerkte Abbuchen von Geld via Kontaktlos-Funktion via kleiner tragbarer Terminals praktiziert werden kann. Die ebenfalls nur etwa scheckkarten-großen Terminals werden dabei z.B. an die Hosentaschen oder Handtaschen gehalten, in denen man solche Bankkarten vermutet. Ohne weiteres Hinzutun können so – unter bestimmten Bedingungen – Beträge von bis zu 25 Euro je Transaktion abgezogen werden. Ohne, dass es dem/der um dieses Geld „Erleichterten“ bemerkt.
Selbstverständlich versuchen die Banken, diesem Horrorszenario mit mehr oder minder brauchbaren Gegenargumenten Paroli zu bieten. Wir haben beispielhaft die GLS-Bank dazu angeschrieben. Den sehr zähen Kontakt mit der GLS-Pressestelle haben wir dokumentiert und die Pro- und Contra-Argumente zu diesem heise-„Hack“ aufgelistet.
Doch auch ohne diese Variante der Abzocke birgen Kontaktlos-Geldkarten wie jeder andere mit sich herumgetragene RFID-Funkchip einige persönlichkeitsrechliche Gefahren.
Was also tun?













